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Deutsch-französischer Austausch

  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9
Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9


Wie im Kleinen Völkerfreundschaft entsteht



Wie können aus Fremden Freunde werden? Indem sie ihren Alltag miteinander teilen. Zum Beispiel fünf Tage in einer Jugendherberge in Neustadt an der Weinstraße. Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe von der Friedrich-Magnus-Gesamtschule in Laubach trafen sich im Rahmen eines Austauschprojekts mit der Troisième (Abschlussklasse) vom Collège de l’Agiot in Élancourt. Die deutsch-französische Drittort-Begegnung wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk finanziell unterstützt und seit drei Jahren an der FMG durchgeführt. Im Vorfeld gab es eine längere Phase des Briefaustauschs, bis sich die 15 Jugendlichen aus Laubach und die acht aus Frankreich in echt begegneten. „Nach anfänglicher Zurückhaltung haben die Schüler toll miteinander kommuniziert“, freute sich die Organisatorin und Französischlehrerin Christina Scharmann. „Die Kennenlernspiele und Stadtrallyes in Neustadt und Wissembourg und auch die Kooperationsspiele am Abend waren so ausgelegt, dass immer deutsch-französische Kleingruppen zusammen waren. Hier entstand eine Gruppendynamik, die auf Zusammenarbeit, Neugier und gegenseitigem Zuhören beruhte. Dies hat eine echte interkulturelle Begegnung gefördert.“


Leitthema dieser Begegnung war die Grenze, die in ihren geografischen, menschlichen, historischen und erinnerungskulturellen Dimensionen behandelt wurde. Was eine Grenze konkret bedeutet, konnten die Schülerinnen und Schüler in der symbolträchtigen Grenzstadt Wissembourg erfahren. Im städtischen Raum zeigt sich die Grenze durch zweisprachige Schilder, die Nennung beider Staaten sowie durch veränderte Verkehrsregeln. In der Natur hingegen, insbesondere in den Weinbergen, wird die Grenze fast unsichtbar und ist nur noch durch einen einfachen Grenzstein markiert. Die deutschen Jugendlichen kauften für das gemeinsame Crêpesbacken in einem französischen Supermarkt ein und die Franzosen in einem deutschen. In Interviews in der jeweiligen Zielsprache konnten die Schülerinnen und Schüler feststellen, dass Zweisprachigkeit im Elsass eine Alltagsrealität ist.


Der Besuch des Hambacher Schlosses brachte den jungen Besuchern in Workshops die wechselhafte Geschichte der Pfalz unter französischer Besatzung sowie die Entwicklung der deutschen Demokratie näher. Die Besichtigung der Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt, die sich in einer ehemaligen französischen Kaserne befindet, war für die Schülerinnen und Schüler besonders eindrucksvoll, „um zu verstehen, wie Herrschaft, Demütigung und Hass historisch zu den schlimmsten Formen von Gewalt und Ausgrenzung führen konnten“, so Florence Blanchet. Für die französische Deutschlehrerin steht am Ende der Begegnung neben dem Wissenserwerb und dem Anwenden sprachlicher Kompetenzen eine wichtige Erkenntnis im Vordergrund: „Der europäische Gedanke kann weder auf der Auslöschung von Unterschieden noch auf der Dominanz eines Landes über ein anderes beruhen. Sondern auf der Schaffung eines gemeinsamen Raums des gegenseitigen Respekts, der Zusammenarbeit und der wechselseitigen Bereicherung. Durch diese Begegnung konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie wichtig Toleranz, gemeinsame Erinnerungskultur und die Kenntnis des Anderen sind. Damit Grenzen nicht länger nur Trennlinien bleiben, sondern zu Orten des Dialogs und des gegenseitigen Verständnisses werden.“ Den teilnehmenden Jugendlichen machte die Fahrt großen Spaß und sie empfanden sie als harmonisch und gelungen.



Das Hambacher Schloss
Das Hambacher Schloss

Deutsch-französische Kooperation
Deutsch-französische Kooperation

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